Grußwort

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Kongressteilnehmer,

136 : 2 = 68 Jahre ZAEN-Kongresse.

In jeder gegenwärtigen wie geplanten Regelung absolutes Rentenalter. Umso frischer und jugendlicher kommt der ZAEN daher.

Wir überlegen auf jeder Vorstandssitzung, wie wir Ihnen die Kongresse informativer und abwechslungsreicher gestalten können. Dabei soll traditionell das geistig-hedonische Moment nicht zu kurz kommen! Absolut neu im Programm ist der sog. Lunchvortrag (s.S. 22)! Lassen Sie sich von unserem zahnmedizinischen Kollegen Dr. Johan Wölber aus Freiburg in einen unterhaltsamen Dialog mit seiner Partnerin Julia Kitzmann zum Thema Patientenmotivation entführen. Mehr wird nicht verraten. Wenn Ihnen dieses ‚Format‘ gefällt – geben Sie gerne Anregungen für künftige Themen und Persönlichkeiten!

Ein Qualitätsmerkmal, auf das wir großen Wert legen, ist der kontinuierliche Auftritt bewährter Dozenten bei den ZAEN-Kongressen. Aber auch hier ergeben sich zwangsläufig immer wieder kleine Veränderungen. Langfristig aufmerksamen Beobachtern unserer Programme fallen sie auf:

Kurse in ‚Manu-fit‘ (Systemische Osteopathie), die Herr Kollege Dr. med. Anton Hack aus Gaggenau Generationen von ZAEN-Kongressteilnehmern nahegebracht hatte, finden Sie zum ersten Mal nicht mehr im Programm. Herr Hack hat sich nach vielen erfolgreichen Jahren aus Altersgründen zurückgezogen. Respekt vor dieser Leistung, die wir u.a. in der Mitgliederversammlung würdigen möchten!

Wir freuen uns sehr, dass es mit dem Kollegen Dr.med. Klaus Truckenbrodt gelungen ist, das Thema Osteopathie höchst qualifiziert und perspektivisch dauerhaft weiter im ZAEN vertreten zu sehen. Herr Truckenbrodt hat in Berlin langjährige Erfahrung als Therapeut wie Dozent gewinnen können und ist seit kurzem in Österreich tätig. Schnuppern Sie rein!

Herr Andreas Sperber war über viele Jahre an verschiedenen Standorten so etwas wie die gute Seele und der fachliche Höhepunkt des Praktikums in der Weiterbildung Naturheilverfahren, das wir jetzt schon seit einigen Jahren in der Klinik Hohenfreudenstadt zu aller Zufriedenheit anbieten können. Herr Sperber, ebenfalls in der MV zu ehren, zieht sich auch aus persönlichen Gründen zurück und hat als würdigen Nachfolger zum Frühjahrskongress 2019 Herrn Denis Demirovski eingearbeitet. Ihm wünsche ich ebenso eine perspektivisch lange Zusammenarbeit mit dem ZAEN.

Das Leitthema kommt diesmal etwas ungewöhnlich daher – kein Krankheitsbild, keine Patientengruppe, keine Methode. Mit dem diesmal vielleicht etwas umständlichen Thema ‚Placebo, Nocebo, spezifische, unspezifische Wirkung, was wirkt hier eigentlich‘ möchten wir Information bieten und Diskussion anregen, die letztlich die gesamte Medizin betreffen, Naturheilkunde und Komplementärmedizin wahrscheinlich etwas mehr. In vielen Äußerungen und Umfragen kommt zum Ausdruck, dass Faktoren des viel zitierten ‚Setting‘, etwa Gesprächsatmosphäre, Zeit und Interesse des Arztes für zahlreiche Merkmale seines Patienten, ein Mindestmaß an Empathie usw. von Patienten als sehr wichtig für den Heilungsprozess empfunden und etwa mit der a.m.S. etwas abgegriffenen Formel der ‚Ganzheitlichkeit‘ belegt werden. In der Endstrecke schwer davon unterscheidbar sind sog. unspezifische Effekte, die oft mit neurophysiologischem Korrelat, im Unterschied zu den spezifischen ‚auf Umwegen‘ ihre Zielstörung beeinflussen und so zum gesamten Therapieerfolg beitragen. Solche Effekte sind von Placebowirkungen in ihrer ursprünglicher, heute vielen, die darüber reden und schreiben nicht mehr geläufigen Bedeutung, klar zu unterscheiden. Ihre Optimierung ist bei vielen chronischen Erkrankung ein ärztliches Gebot!

Wir sind sehr glücklich, Sie auch bei diesem Frühjahrskongress zum mittlerweile vierten Mal mit hoffentlich für Sie spannenden jüngeren Forschungsergebnissen bekannt machen zu können (s.S. 21), diesmal auch mit etwas ausgefalleneren Gebieten, wie der Grundlagenforschung zu extremen Arzneimittelverdünnungen oder dem Ayurveda, das sich nach langer Abstinenz langsam wieder im ZAEN etabliert.

Wenn oben von einer hedonistischen Grundhaltung die Rede war – natürlich gibt es auch wieder ein Fest, dass sich im vergangenen Frühjahr durch rege Teilnahme auch vieler Neuraltherapeuten erfreute, die erfreulicherweise ihren Stammtisch verlegen konnten und dem Fest zu qualitativ und quantitativ zu nie erlebten Höhen verhalfen!

Und zum Abschuss wie immer der Appell: helfen Sie uns bitte, durch persönliche Kommentare und Ihre Bewertungsbögen unser Angebot weiter zu verbessern und Ihren Bedürfnissen optimal anzupassen. Im Namen des Vorstandes, der Geschäftsführerin und der Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle wünsche ich Ihnen einen angenehmen und erfolgreichen Kongress!

Herzlichst,
Ihr Rainer Stange